Historische Orgeln

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Historische Orgeln in Litauen

Die A.G.Casparini-Orgel in der Heiligen-Geist-Kirche in Vilnius (1776)

Die ersten Kenntnisse über die Orgeln in Litauen sind auf den Anfang des 15. Jahrhundert datiert, als Ona (Anna), Frau des Großfürsten Vytautas, eine Portativ-Orgel als Geschenk bekommen hat.

Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die Orgeln in Litauen überwiegend von den Orgelbauer aus Deutschland, Preußen, Kurland gebaut, einige aber auch von Vilnius' Meistern und von Amateuren.

Die Kunst der Orgelbau ist hier besonders in der zweiten Hälfte des 18. Jhdt. aufgeblüht. Unterdessen sind es nur einige Instrumente aus der Periode, die unverändert geblieben sind und ihren originalen Zustand sowie die typischen Merkmale der Barock Zeit vorzeigen können.

Zwischen diejenigen: die A.G.Casparini-Orgel in der Heiligen-Geist-Kirche in Vilnius (1776, siehe Abb. rechts), die J.Preuss-Orgel in der lutherischen Kirche in Kretinga (1785), die N.Jantzon-Orgel in der Tytuvënai Kirche(1789).

Die Orgeln dieser Orgelbauer zählen als die wertvollsten im Nachlass von Barockinstrumenten in Litauen. Die anderen Instrumente wurden meistens in der Folge der späteren stilistischen Wandlungen umgebaut, die Zeit vernichtete etliche.

Ein neuer Aufschwung des Orgelbaus kam mit der zweiten Hälfte des 19. Jhdt. Drei litauische Orgelbauer, jeder mit seinem eigenen Stil, arbeiteten in verschiedenen Regionen Litauens. J.Radavièius gründete seine Werkstatt in Vilnius; J.Garalevièius war in Kaunas tätig; M.Masalskis – in Panevëþys.

Neue Technologien, wie pneumatische Traktur und anderen, überwältigten die verbreiteten mechanischen Orgeln nach dem Ersten Weltkrieg. Etwa 100 pneumatische Orgeln überlebten in den Landeskirchen bis heute.

In den Jahren der Sowjetischen Okkupation versank die ganze Orgelkultur, insbesondere aber in der Provinz. Gelegentliche "Meister" ruinierten die Instrumente; die Kirchen wurden geschlossen und die Orgeln einfach abgerissen. Einigen modernen Orgeln, die in den Städten gebaut wurden, hatten keine große Wirksamkeit für die allgemeine Situation ausgeübt.

Der heutige Orgel-Nachlass in Litauen zählt ungefähr 400 Instrumente. Leider ist der Zustand von vielen erschreckend. Einige Orte dürfen stolz ihre historischen Orgelschränke präsentieren. Aber nur wenige Kirchen verfügen über ein erhaltenes historisches Instrument. Insbesondere großer Schaden wurde durch die menschliche Inkompetenz verursacht: mehrmals hat die fehlerhafte Technik der Restaurierung die historische Substanz vernichtet. Die Invasion der "preiswerteren" Synthesizers hat den Menschen vom Zuhören von der jedes Mal eigenartigen und inspirierenden Orgelstimme abgewöhnt.

Dennoch ist es sehr wichtig, die wertvollen litauischen Orgeln zu registrieren und das Material zu archivieren, es ist ebenso wichtig, dem breiten Publikum den Reichtum unseres Landes vorzustellen. Deshalb sind auf dieser Seite diejenigen Instrumente vorgestellt, die wir auch bei unseren Konzerten auf den Landeskirchen verwenden. Die Seite wird ständig aktualisiert.

Ein besonderer Dank für die Materialien dieser Seite geht an den Orgelexperten Dr. Girënas Povilionis.

Übersetzung: NVF